Süsser Brauch. Küsse unterm Mistelzweig

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Küssen unterm Mistelzweig! Diesen - in den meisten Fällen angenehmen - Brauch kenn man rund um die Welt. Woher er kommt und was dieser Brauch bedeutet, davon erzähle ich dir - gleich weiterlesen!


Schon von Klein auf mag ich mich gut daran erinnern, dass wir zu Weihnachten stets einen Mistelzweig über die Haustüre gehängt haben. Im Volksglauben gilt die Mistel schon seit jeher als Glücksbringerin. Wurde  ein Mistelzweig über der Haustüre angeracht, so sollte er  böse Geister, Hexen oder den Blitzschlag fernhalten . Ein Kuss unter einem Mistelzweig sollte die Liebe festigen.

Die Mistel ist eine wundersame Pflanze, die erst in den Wintermonaten, wenn die Bäume kahl sind, richtig sichtbar wird. Sie wächst in Kugelform auf verschiedenen Baumarten und saugt den Bäumen Wasser und Nährstoffe aus, was sie zu einem Halbschmarotzer macht.

In früheren Zeiten war die Mistel eine magische Pflanze, die von den Druiden mit goldenen Sicheln geerntet wurde und nicht zu Boden fallen durfte, denn sonst würde sie ihre besondere Wirkung einbüssen. Aufgrund der magischen Wirkung galt die Mistel früher auch als Allheilmittel.



In der Adventszeit und als Weihnachtsschmuck wird sie auch heute immer wieder gerne über Haustüren gehängt, um das Haus vor Schaden zu bewahren. Wer sich unter Misteln küsst, soll ein glückliches Liebespaar werden. In der modernen Pflanzenheilkunde wird die Mistel gegen Bluthochdruck und gegen Krebs eingesetzt. Doch sie kann noch viel mehr.

Die Engländer des 18. Jahrhunderts nannten die Früchte des Mistelzweiges "Kuss-Kugeln". Und deren Bedeutung?

Steht eine junge Frau zur Weihnachtszeit unter dem mit Immergrün, roten Bändern und Ornamenten schön geschmückten Mistelzweig, darf sie es nie und nimmer ablehnen, geküsst zu werden. 
So ein Kuss konnte eine tiefe Romanze bedeuten oder aber auch eine dauerhafte Freundschaft und Wohlwollen. Blieb das Mädchen ungeküsst, so konnte es nicht auch nicht erwarten, im nächsten Jahr zu heiraten.

In manchen Teilen Englands wird der Weihnachts-Mistelzweig in der zwölften Nacht verbrannt, damit die Jungen und Mädchen, die sich darunter küssten, heiraten werden. Es gibt aber noch eine weitere Spielregel: Pflückt man eine Beere vom Zweig gibt es einen Kuss, zwei Beeren zwei Küsse etc. Wenn keine Beeren mehr da sind, ist Schluss mit der Küsserei!

In Skandinavien wurde der Mistelzweig als Pflanze des Friedens angesehen, unter dem Feinde den Waffenstillstand erklären konnten. Zerstrittene Ehepaare küssten sich darunter zur Versöhnung.

Auch in Kanada küsst man sich bis heute unter dem Mistelzweig. Wenn sich also ein verliebtes Paar einen Kuss unter dem Mistelzweig gibt, wird es als ein Versprechen zum Heiraten, genauso wie als Prophezeiung für Glück und ein langes Leben, interpretiert.

In Frankreich wurde der mit dem Mistelzweig verbundene Brauch dem Neujahrstag vorbehalten: Glück für das neue Jahr! Heute können Küsse unter dem Mistelzweig zu jeder Zeit während der Feiertage ausgetauscht werden.



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