Schafe, Schotten, Pilgerscharen - Die Insel Iona

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Nicht nur der Heilige Gallus kam aus Irland hierher, auf die Insel Iona. Auch ein anderer irischer Mönch namens Columban liess sich hier an der Westküste von Schottland nieder. Über die Jahrhunderte wurde die Insel Iona dadurch zu einem spirituellen Zentrum. Bis heute ist sie ein Anziehungspunkt – für Touristen und Suchende. 


Allein schon die Anfahrt zu dem zu den Inneren Hebriden gehörenden Eiland ist wie eine Pilgerfahrt. Zweimal müssen die Besucher mit dem Schiff übersetzen, um dorthin zu gelangen. So hat man wirklich das Gefühl, am Ende der Welt angekommen zu sein.


563 erreicht der irische Mönch Columban zusammen mit «seinen 12 Gefährten» die Insel Iona und wählt sie als Ausgangspunkt für weitere Missionstätigkeiten in Schottland. Er errichtet auf dem Platz eines alten Druidentempels eine kleine Kirche, die zum Lebensort einer stetig wachsenden Mönchsgemeinschaft wird.

Das Leben der Inselbewohner wird ab dem 8. Jahrhundert immer wieder durch Wikingerüberfälle bedroht. Gebäude werden zerstört, Mönche umgebracht, Hab und Gut geplündert. Das geistliche Leben auf der Insel kommt fast zum Erliegen.





1203 wird die Abtei wieder aufgebaut und zum Lebensort für eine benediktinische Mönchs- und Nonnengemeinschaft. Iona war für die mittelalterlichen Menschen so heilig, dass auf der Insel achtundvierzig schottische, vier irische und acht norwegische Könige sowie unzählige Clanchiefs begraben liegen. 

Im Zuge der Reformation, die in Schottland vor allem mit John Knox verbunden ist, sterben auch auf Iona die Klostergemeinschaften im wahrsten Sinne des Wortes, nach und nach aus. Erst als Pfarrer George MacLeod 1938 zusammen mit jungen Theologen und Handwerkern auf die Insel kommt, nimmt der Wiederaufbau des Klosters konkrete Züge an und kommt 1965 zum Abschluss.



Seither und bis heute ist die Insel Iona ein immer beliebteres Ziel für Pilger aus aller Herren Länder. 

Jeweils mittwochs findet eine ganztägige Pilgerwanderung über die Insel statt. Wir laufen im wärmenden Sonnenschein los, über Stock und Stein. Doch schon bald setzt Regen ein. Auf Iona kann man alle vier Jahreszeiten an einem Tag erleben…

Am Strand, an dem Columban mit seinem kleinen Boot auf der Insel gelandet sein soll, liegen tausende rundgeschliffene Steine. Einen wirft jeder von uns mit Schwung ins Meer und mit ihm auch etwas, was wir gern zurücklassen möchten. Einen nehmen wir als Erinnerung daran mit. 

Viele Besucher auf Iona kommen voller Sehnsucht nach Ruhe und Gottesbegegnung in die Abgeschiedenheit. Doch in den Sommermonaten sind es tagsüber Heerscharen von Touristen, die die historischen Gebäude dort besuchen wollen!

Der Aufenthalt auf Iona soll zu Engagement und Beteiligung aus dem christlichen Glauben heraus führen. In der Natur, im Miteinander und in den Gottesdiensten in der alten Klosterkirche kommen aber auch die Menschen zu sich selbst – und zu Gott.

Aktuelles findest Du direkt >>>auf der Homepage von Iona




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